Dienstag, 29. Dezember 2009

Abenteuer auf Fraser Island

Frueh am Morgen sind wir zunaechst mit dem Bus, dann mit der Faehre nach Fraser Island aufgebrochen. Fraser Island ist im Grunde ein grosser Haufen Sand, die groesste Sandinsel der Welt. Captain Cook (wer sonst?) hat sie als Erster umsegelt, dachte aber sie waere ein Teil vom Festland, was sich hinterher aber als falsch herausgestellt hat. Als die Englaender in der ersten Haelfte des 19. Jahrhunderts schliesslich ihren Fuss auf die Insel setzten, lebten dort bereits 2.000 Aborigines. Als die Englaender mit ihnen "fertig" waren, waren es gerade noch 300. Heute leben hier nur noch ein paar Aborigines, die versuchen ihre Kultuer wiederaufzubauen, allerdings mit den ueblichen Problemen von Ureinwohnern, die einmal entwurzelt wurden. Waehrend im 19. Jahrhundert der Holzabbau eine grosse Einnahmequelle der Insel darstellte (von hier stammt u.a. das Holz, das beim Bau des Assuan Staudamms in Aegypten verwendet wurde), ist es heute ausschliesslich der Tourismus. Fraser Island steht mittlerweile zu einem grossen Teil unter Naturschutz wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna. Bereits am ersten Tag kamen wir mit dieser in Beruehrung. Kaum waren wir von der Faehre runter, ging es ab in einen Bus und Sandpisten rauf und runter (auf Fraser Island gibt es keine befestigten Strassen). Zunaechst furhen wir zum Lake Basin, einem kleinen Frischwassersee, wo wir ein Bad nahmen. Dann ging es zu Fuss durch herrliche tropische Waelder und schliesslich mit dem Bus weiter zum Lake McKenzie, der beruehmtestes Frischwassersees Fraser Islands. Hier gings wieder ab ins Badewasserwarme und unglaublich klare Wasser. Wunderschoen!




Unser zweiter Tag auf Fraser Island begann dann leider so, wie der erste aufgehoert hatte: Mit Regen. Fuer die Insel ist es ein Segen: Seit Mai diesen Jahres hatte es insgesamt nur 2 Tage geregnet, fuer uns war es natuerlich weniger schoen. Wobei Regen nicht heisst, dass es kalt ist. Statt warm und schwitzig, ist es dann nur warm und nass. Unsere Tour fuehrte uns an diesem Tag am 123 km langen Strand der Ostkueste entlang, wo wir zunaechst das Wrack der Maheno besichtigen. Das 1904 in Schottland erbaute Schiff fungierte lange Jahre als Luxusliner bzw. im ersten Weltkrieg als Lazarettschiff, bevor es durch ein Unwetter 1935 an die Kueste Frasers gespuelt wurde. Seitdem liegt es hier und laesst sich von Touristen fotografieren.



Spaeter habe ich, trotz Nieselwetter, im warmen Wasser der sogenannten Champagne Pools, Felsformationen an der Kueste, die, wenn die Wellen einbrechen, zu einem gigantischen Whirlpool werden, ein Bad genommen. Dann gings auf den Indian Head, einen Felsvorsprung, von dem man eine fantastische Aussicht auf die Insel und das Meer hat, bevor wir schliesslich durch den Eli Creek, einen klaren Suesswasserzufluss zum Meer, gewatet sind.



Einen Dingo, von denen es auf Fraser schaetzungsweise 200 gibt, haben wir leider nicht gesehen. Dieses hu8ndeaehnliche Tier kam vor 5.000 Jahren nach Australien. Indonesische Fischer hatten sie als Frischfleisch auf ihren Booten mitgefuehrt. Einmal an der Nordkueste Australiens angekommen, ist es einigen der Frischfleichvorraeten (sprich den Dingos) jedoch gelungen den hungrigen Fischern zu entfliehen. Nach und nach bevoelkerte der Dingo dann ganz Australien und rottete auf dem Festland u.a. den tasmanischen Tiger und den tasmanischen Teufel aus, weshalb diese heute nur noch auf Tasmanien zu finden sind (daher auch ihr Name).
Wie ihr lesen koennt, haben wir auf Fraser Island jede Menge gelernt. Daneben haben wir aber auch wunderschoene und z.T. einmalige Landschaften bewundern koennen. Insgesamt ein Trip, der sich in jederlei Hinsicht gelohnt hat. Morgen gehts weiter nach Airlie Beach und von dort zu den Whitsundays, kleinen Inseln im Pazifik. Die naechsten Abenteuer lassen also nicht mehr lange auf sich warten. :-)

Bis dahin, wie immer, liebe Gruesse!




Freitag, 25. Dezember 2009

Weiter geht's: Byron Bay und Brisbane

Unsere naechtliche Busfahrt hatte am 20. Dezember gegen 11 Uhr morgens in Byron Bay ein Ende. Doch anders als erwartet begruesste uns hier nicht Sonnenschein, sondern stroemender Regen, der sich auch den ganzen Tag ueber hartnaeckig hielt. Die meiste Zeit haben wir deshalb mit Kaffee trinken (Byron hat einige wirklich gute Cafes) und im Internet surfen verbracht. Judy war angesichts der Wetterprognose fuer die kommenden Tage (bewoelkt und vereinzelte Schauer) ziemlich demoralisiert... und deshalb umso gleucklicher, als wir am naechsten Tag von Sonnenschein geweckt wurden. Nun stand unserem Tagesunternehmen "Surfen lernen" nichts mehr im Weg. Mit einer Surfschule ging es zum Seven Mile Beach, einem wunderschoenen Sandstrand suedlich (?) von Byron Bay. Hier haben wir uns in Neoprenanzuege gequetscht (Beweisfotos koennen nachgereicht werden...) und sind wie die Pinguine zum Strand gewackelt. Nach einigen Trockenuebungen ging es dann endlich ins Wasser und hier hat Klein Eva mit Hilfe des Surflehrers tatsaechlich die ein oder andere Welle geritten. Ja, ihr lest richtig: Ich motorisch voellig unbegabter Mensch habe mehrere Male auf einem Surfboard im Wasser GESTANDEN - wenn auch nie laenger als fuer 5 Sekunden. Der Surflehrer nannte mich aber immerhin ein "Surf-Chick", also ein Surf-Maedchen. Und das war doch bestimmt ein Kompliment. :-)
Unser naechster Tag in Byron war weniger abenteuerlich, aber mindestens genauso schoen. Wir haben dem Wahrzeichen Byron Bays, dem 1901 errichteten Leuchtturm, einen Besuch abgestattet. Die Wanderung war besonders wegen der tropischen Hitze eine echte Anstrengung, die sich jedoch angesichts der fantastischen Ausblicke, die sich uns boten, wirklich gelohnt hat.





Den Rest des Tages haben wir dann am Main Beach in Byron Bay ausklingen lassen, wobei wir uns trotz Sonnencreme und -hut beide einen Sonnenbrand zugezogen haben. Dieses schoene Bild ist jedoch zuvor entstanden:




Am naechsten Tag hiess es dann wieder Bye bye Byron!, unsere Reise fuehrte uns nun nach Brisbane, nach Sydney und Melbourne die drittgroesste Stadt Australiens. Dort angekommen haben wir uns gleich auf einen Stadtspaziergang begeben und Brisbane hat uns eigentlich auf Anhieb gut gefallen, besonders der Spaziergang entlang des Brisbane Rivers und durch die botanischen Gaerten. Tag 2 in Brisbane haben wir dann gar nicht im Stadtzentrum, sondern im 11 km entfernten Lone Pine Koala Sanctuary verbracht, wo wir allerhand australische Tiere bestaunt haben, vor allem natuerlich, wie der Name des Parks schon sagt: Koalas. Ich habe mich dann auch wie ein richtiger Tourist benommen und mir fuer 15 zusaetzliche Dollar den Spass gemacht einen Koala auf dem Arm zu halten. Und eins kann ich euch sagen: Dieses fluffige Fellknaeul ist verdammt schwer und hat wirklich scharfe Krallen. Trotzdem wird mir die Begegnung mit Rodney, so der Name des Koalas, noch langer in ganz besonderer Erinnerung bleiben.



Wieder in Brisbane haben wir uns im Hostel schnell frisch gemacht und uns in unsere neu erworbenen Schalen geschmissen, denn dann gings zum Christmas Dinner an den Brisbane River - es war Heiligabend. Im Sommerkleidchen bzw. Roeckchen haben wir bei einem lauen Lueftchen und unter Sternenhimmel gespeist *bloss kein Neid jetzt) und uns anschliessend bei einem Edelitaliener noch ein sehr teures, aber suendhaft gutes Dessert gegoennt (ich sagte doch: NICHT neidisch werden :-). Ein schoenes, wenn auch ganz anderes Weihnachtsfest.
Am naechsten Morgen haben wir Brisbane den Ruecken gekehrt, jetzt sind wir in Hervey Baz, von wo aus wir morgen die Eroberung von Fraser Island in Angriff nehmen werden. Neue Abenteuer folgen also bald. Bis dahin, wie immer, liebe Gruesse!




Achso: Auf besonderen Wunsch von Jens, den ich hiermit ganz besonders herzlich gruesse, reiche ich hier noch das obligatorische Weihnachtsfoto vom Strand nach. Enstanden ist es heute nach unserer Ankuft in Hervey Bay, das Wasser hat Badewannentemperatur. :-)

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Hello Sydney

Am Morgen des 17. Dezembers war es endlich so weit: Unsere Reise sollte beginnen! Um 6 Uhr sassen wir verschlafen, aber aufgeregt in unserem Privattaxi - Jennie war so lieb und hat uns zu dieser unchristlichen Zeit zum Flughafen gefahren. Der Abscheid verlief, dank der Tatsache, dass wir uns im Januar bei meiner Rueckkehr nach Melbourne wiedersehen werden, kurz und schmerzlos. Goodbye Melbourne! Einige Stunden Warte- und Flugzeit spaeter hiess es dann: Hello Sydney! Auf der Zugfahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum konnten wir schon einen Blick auf das beruehmte Opernhaus werfen und das war dann auch gleich unser erstes Ziel, nachdem wir unser Gepaeck im Hostel abgeladen hatten.





Die Oper ist wirklich wahnsinnig schoen anzusehen, ein echter Hingucker ohne den Sydney nur halb so schoen waere. Neben der Oper befindet sich der Circular Quay, von dem der Faehrverkehr Sydneys betrieben wird. Wir haben uns dann auch gleich auf ein Boot begeben und sind nach Manly uebergesetzt. Die Fahrt durch Sydney Harbour war im wahrsten Sinne des Wortes feucht-froehlich, allerdings hat eine Abkuehlung bei der Hitze auch nicht geschadet. Erfrischt kamen wir in Manly an, dass neben einer schoenen Promenade auch wirklich tolle Straende zu bieten hat. Leider konnte man nicht schwimmen, denn (und das ist kein Scherz) kaum in Manly angekommen wurde der Strand gesperrt: Der Hai-Helikopter hatte einen Hai gesichtet! Aber auch am Strand entlangzuspazieren war ein Erlebnis fuer sich. Unseren ersten Tag in Szdnez haben wir dann mit Fish und Chips und Ginger Beer (Ingwer-Limonade und typisch australisch) am Strand ausklingen lassen, bevor wir mit dem Schiff zurueck ins Stadtzentrum gefahren sind. Dabei hatten wir einen herrlichen Blick auf die Stadt im Abendrot.



Am naechsten Tag hatten wir weniger Glueck mit dem Wetter: Es regnete aus Stroemen, war aber immer noch recht warm. Also haben wir uns ueberdachten Aktivitaten gewidmet. Zunaechste waren wir auf dem Paddy's Market, wo es neben Obst und Gemuese auch allerhand Krimskrams auch Accessoires und Kleider zu erstehen gibt - das meiste natuerlich wieder "Made in China". Aber immerhin habe ich so recht guenstig einen Sonnenhut erstanden. Danach hat Judy das in den oberen Geschossen des Markts situierte Einkaufszentrum und hier insbesondere den Esprit Outlet Store entdeckt. Einige Stunden spaeter (okay, ich uebertreibe, aber nur leicht ;-) haben wir uns dann mit dem Zug auf zum Opernhaus gemacht und einer eher schlechten Fuehrung beigewohnt. Nichtsdestotrotz war es schoen, die Oper mal von innen zu sehen und ein Besuch einer Veranstaltung im Konzertsaal derselben steht fuer mich nun ganz oben auf meiner "To do-Liste". Wieder im Hostel gab es Nudeln mit Tomatensosse (was sonst?), bevor wir uns dann mit Julia, einer ehemaligen Kommilitonin Judys, die in Sydney lebt, auf einen Drink getroffen haben.



An unserem dritten Tag stand dann wieder Strand auf dem Programm. Diesmal sollte es zum beruehmten Bondi Beach gehen. Zuvor wurde Judy jedoch von Migraene geplagt, weshalb ich sie zunaechst auf einer Parkbank im Hyde Park abgesetzt habe, bevor ich mir das dortige ANZAC-Memorial (schon wieder ein Kriegsdenkmal) angesehen und schliesslich die Oxford Street erobert habe. Dort gibt es neben vielen Schwulenkneipen auch das ein oder andere ausgefallene Cafe. Eines kombinierte beispielsweise einen Second-Hand-Buchladen mit Kaffeeausschank, die ideale Kombination wenn ihr mich fragt. Natuerlich konnte ich nicht widerstehen, habe ein Second-Hand-Buch ueber Kriegserlebnisse ganz gewoehnlicher Australier und einen Fruchtsaft erstanden. Gluecklich ueber meinen neusten Fang habe ich Judy an ihrer Parkbank abgeholt, mit dem Bus sind wir dann zum Bondi Beach gefahren, der wirklich schoen ist, vor allem fuer einen Stadtstrand.



Hier haben wir uns einen gemuetlichen Nachmittag gemacht (ein echt italienisches Eis inklusive), bevor wir wieder ins Stadtzentrum gefahren sind. Hier gab es in Chinatown mal wieder Nudeln, dann hiess es Rucksack packen und auf zum Busbahnhof. Ueber Nacht sind wir naemlich nach Byron Bay gefahren. Aber davon berichte ich naechstes Mal. Bis dahin liebe Gruesse, wie immer:

Dienstag, 15. Dezember 2009

Goodbye Melbourne

Es ist soweit: Meine Tage im Goethe-Institut in Melbourne sind gezählt. Gestern gab es bereits eine kleine Verabschiedung mit Schokoladenkuchen, Früchten und Bubbly (Sekt), heute ist mein letzter Arbeitstag. Seit Sonntag ist Judy, eine Freundin aus Deutschland zu Besuch, gemeinsam werden wir uns morgen früh per Flieger auf den Weg nach Sydney machen. Und das ist erst der Anfang. Von dort werden wir die gesamte Ostküste bereisen, an Weihnachten sind wir in Brisbane und die Tage zwischen den Jahren verbringen wir segelnd (vorausgesetzt ich kriege Judy ins Boot ;-) auf den Whitsundays (kleinen Inseln zwischen dem Festland und dem Great Barrier Reef). Passend zum Antritt meiner Reise, wurde ich in den letzten Tagen mit Horrorgeschichten über die australische Fauna bombadiert. Jennie, meine Gastmama, erzählte von den hinterhältigen Krokodilen, Nadine eine Mitpraktikantin, davon, dass man vor der Ostküste einen 10m langen Hai vermutet. Gesehen habe man ihn jedoch nicht, allerdings wurde ein in der Mitte durchgebissener (!!!) 3m langer Hai an Land gespült und so etwas kann eigentlich nur ein riesiger Artgenosse vollbracht haben. Na wunderbar! Vero, eine weitere Mitpraktikantin, berichtete dann von der Huntsman Spinne, die zwar harmlos, aber riesengroß ist. Wir reden hier nicht von Handgröße, sondern Kopfgröße. Igitt! Sie wies mich dann aber dankenswerter Weise darauf hin, dass nur die Redbacks, kleine Spinnen mit rotem Rücken, giftig. Die sind aufgrund ihrer Größe ja dann bestimmt auch leicht zu erkennen. Und über die Schlangen (8 der 10 giftigsten Arten weltweit leben in Australien) wisst ihr ja auch schon Bescheid, oder? Ich habe mir gestern mal ein paar Bilder der giftigen Variante angeschaut, man will ja vorbereitet sein und sagen können, was einen gebissen hat. Für mich sehen die jedoch alle irgendwie gleich aus. Wie Schlangen eben. :-) Als ich mich bei Evi, einer Mitarbeiterin, schließlich darüber beschwert habe, dass mir alle Angst mit den Horrorgeschichten über die hiesige Tierwelt machen, sagte die: “Hast du schon von den Blutegeln gehört?” HILFE!!! Wo bin ich hier eigentlich? Ich freu mich trotzdem aufs Reisen und werde allen mir begegnenden Tieren respektvoll gegenübertreten. Das werden die dann hoffentlich zu schätzen wissen und mich in Ruhe lassen. :-)

Allen treuen Lesern meines Blogs wünsche ich schon jetzt ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Es macht wirklich Spaß mit euch und euren Kommentaren. :-)

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Sonntag, 6. Dezember 2009

Es weihnachtet sehr

Nachdem mich die ersten Weihnachtsmarkt-Bilder aus Trier erreicht haben, will ich euch auch mal zeigen, wie Melbourne sich fürs Fest herausputzt. Deshalb war ich am Samstag mal in der Innenstadt und habe Fotos geschossen.

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Dabei habe ich auch Santa Claus getroffen – es war ja auch Nikolaus. :-)

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Obwohl mir die Weihnachtsdekoration in Melbourne nicht so gut gefällt, muss ich zu ihrer Verteidigung sagen, dass abends vermutlich schönere Bild entstanden wären. Die Sterne entlang der Bourke Street werden dann nämlich mit Strom versorgt und leuchten – allerdings abwechselnd, so dass man sich ein bißchen wie in einer Techno-Disko vorkommt…

Meinen Stadtbesuch habe ich dann auf dem Queen-Victoria-Market fortgesetzt, wo man neben Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Feinkost auch viele in Asien hergestellte Klamotten und Mitbringsel kaufen kann. Ich habe mir dort eine leichte Leinenhose mit Gummibund (schön bequem! :-) für meine Reise mit Judy entlang der Ostküste zugelegt. In anderthalb Wochen brechen wir auf, ich kanns kaum glauben…

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Danach bin ich zum Starbucks und habe den Kaffee der Saison getrunken. Bei uns wäre das extra-heißer Kaffee mit Zimtgeschmack, hier ist es Eiskaffee in den Varianten Toffee Nut und Cherry Mokka. Für mich steht die Welt Kopf. :-)

Von meinem Ausflug in die Stadt heimgekehrt, habe ich mich gleich in die nächste Vorweihnachtszeitaktivität gestürzt: das Backen. Auf dem Programm standen Müsliplätzchen, mein Lieblingsgebäck. Allerdings hatte ich die noch nie ohne Mutterns Hilfe angefertigt. Aber mit dem Falkenhagens Geheimrezept bewaffnet, konnte ja eigentlich gar nichts schief gehen. Der Teig sah jedenfalls schon mal prima aus und schmeckte dank ungesalzener Butter (Jennie meinte ich sollte ruhige die gesalzene und hier normale Version verwenden, ich habe mich aber erfolgreich geweigert…) auch so. Auch nach dem Backen machten die Plätzchen eine gute Figur, also: Daumen hoch!

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Am Sonntag ging die Backerei dann weiter. Gemeinsam mit Jennie habe ich lauter typisch australische Plätzchen gemacht: White Christmas und Coconut Lemon Slices werden nicht gebacken, man erhitzt einfach irgendeine Art von Fett, schüttet die übrigen Zutaten (getrocknete Früchte, geschredderte Kekse, Kokusnussraspeln etc.) hinzu, bringt das ganze in eine Form und wartet darauf, dass das Fett wieder trocknet und alles deshalb zusammenpappt. Die Australier! Gebacken haben wir dann allerdings noch ANZAC-Kekse, die so heißen weil sie zu Weihnachten häufig von Frauen an ihre Männer, die im Australian New Zealand Army Corps gekämpft haben, geschickt wurden und Cornflakes-Haufen. Im Kühlschrank sitzen noch Schokoli-Rollen, die auf ihre Verarbeitung warten. Daran werde ich mich heute Abend machen. Und wenn ich aus Australien komme, mache ich eine Bäckerei auf! ;-)

Von dem ganzen Backstress haben Jennie und ich uns im Kino erholt. Angesehen haben wir “The Timetraveller’s Wife” (Die Frau des Zeitreisenden). Ganz nett, aber nichts, was man gesehen haben muss… Dann gings wieder zu Jennie nach Hause, wo wir eine Auswahl unserer frisch gebackenen (bzw. gepappten) Kekse und eine Picknickplatte mit kaltem Fleisch und Salat gepackt haben. Derart ausstaffiert haben wir uns auf den Weg zu einem nahegelegenen Park gemacht, wo ein Weihnachtssingen stattfand. Es war wie eine Art Sommerfest: Viele Leute saßen mit ihren Kindern im Gras und haben gepicknickt, es wurde gegrillt, Erdbeeren mit Sahne wurden verkauft und… es wurden Weihnachtslieder gesungen. Wieder einmal eine verkehrte Welt für mich, aber trotzdem schön!

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Habt eine schöne Adventszeit und trinkt einen Glühwein für mich mit. Das nächste Mal melde ich mich vermutlich mit Strandbildern wieder. :-P

Bis dahin liebe Grüße!


Samstag, 28. November 2009

Gebrannte Mandeln - selbstgemacht

Hier in Melbourne mag bei mir gar keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Obwohl die Stadt voller (häßlicher!) Weihnachtsdekoration hängt und mittlerweile auch der ein oder Weihnachtssong schon im Radio gespielt wird. Das liegt vermutlich am Wetter: Zwar regnet es gerade, in den letzten Tagen hatten wir aber eher Sonnen-Wolkenmix bei angenehmen 25 Grad. Trotzdem wollte ich auf eines meiner Vorweihnachtshighlights nicht verzichten: Die gebrannten Mandeln. Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach ein Rezept gemacht und am Mittwoch nach der Arbeit den Kochlöffel geschwungen. Es war ganz einfach: Man nehme 50ml Wasser, 100g Zucker, etwas Vanillezucker und eine Prise Zimt. Die Zutaten in eine Pfanne geben und zum Kochen bringen. In die kochende Masse 200g Mandeln geben.

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Und dann heißt es geduldig sein und rühren und rühren und rühren – das ist im Übrigen auch eine super Fitnessübung, um Schwabbelarmen vorzubeugen -  so lange bis der Zucker trocken wird und sich an die Mandeln heftet. Wenn das gelingt darf man sich auch ein bißchen freuen. :-)

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Aber noch ist das Werk nicht vollendet. Die gebrannten Mandeln sind nämlich sehr schönheitsbewusst und so blass wollen sie sich natürlich nicht den hungrigen Nachkatzen stellen. Deshalb gilt es weiter zu rühren, so lange bis der Zucker wieder anfängt flüssig und somit braun zu werden. Dann müssen die Mandeln schnell raus aus der Pfanne, am besten auf Backpapier. Dort können sie abkühlen und ihr volles Aroma entfalten. Vorausgesetzt man lässt ihnen Zeit dazu, denn manche Leckermäuler können sich einfach nicht zurückhalten…

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Aber nicht nur Ben konnte sich nicht zurückhalten. Auch Jennie war neugierig, hat gekostet – und war begeistert.

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Einen Tag später hatte sie gleich neue Mandeln und auch Paranüsse gekauft und ich schätze, dass ich jetzt noch häufiger “brennen” werde. Vielleicht habe ich nächstes Jahr sogar meinen eigenen Stand auf dem Trierer Weihnachtsmarkt – vorausgesetzt ich schaffe es bis dahin mich zu beherrschen und nicht alle Nüsse selber zu futtern. ;-)

Mittwoch, 18. November 2009

Gebrauchsanleitung für den Cup Day

Um den Melbourne Cup Day am 3. November eines jeden Jahres standesgemäß zu begehen kaufe man sich ein schickes Kleidchen, Stöckelschuhe und eine alberne Kopfbedeckung (dies gilt natürlich nur für Frauen, Männer sollten im Anzug kommen). Wer will kann zusätzlich auch einen  Sonnenschirm tragen.

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Dergestalt begebe man sich zum Flemington Race Course und versuche sich möglichst grazil zum Picknick auf dem Rasen zu platzieren. Dabei ist es gestattet, sich den schicken Schuhen zu entledigen – man muss aber nicht.

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Danach lange man beherzt in die mitgebrachten Köstlichkeiten und schenke teuer erstandenen Sekt aus.

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Dabei gilt (streng nach Adam Riese): Umso mehr Sekt, umso mehr Spaß!

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Auch bei bedecktem Himmel ist Sonnenschutz empfehlenswert. Deshalb vergesse man nicht sich zwischendurch mit Sonnenmilch einzucremen und für eine ausreichende Kopfbedeckung zu sorgen.

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Die Veranstaltung ist zu Ende, sobald man sich nur noch von leeren Bierdosen anstatt von schick gekleideten Menschen umgeben sieht. Dann gilt es, sich sofort und möglichst würdevoll von den eingenommenen Plätzen zu erheben, ein letztes Bild zu machen und den Heimweg anzutreten.

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Und falls sich jemand jetzt fragt, was der Melbourne Cup Day (ein Feiertag im Staate Viktoria) eigentlich ist: Es ist ein Pferderennen!

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Oder besser gesagt: Es ist ein “Sehen und gesehen werden”, das sich als Pferderennen tarnt. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis da einmal dabei gewesen zu sein!