Dienstag, 31. August 2010

Ja, ich lebe noch…

… aber gerade so. Im Moment hat mich eine ordentliche Nasennebenhöhlenentzündung fest im Griff, ich muss das Bett hüten und kann – dank einem kürzlich erworbenen Internetstick – nun vom Krankenlager aus, das lange und sicher sehnsüchtig erwartete (haha!) Update aus Australien schicken. Also, was gibt es zu berichten?!

ICH ARBEITE seit 10 Wochen in der “Kantina Kartel”, einem Café im geschäftigen Central Business District Melbournes, im Erdgeschoss des mit einem Pfeil markierten Gebäudes.

Arbeit

Dort bin ich Mädchen für alles: Ich nehme Kaffeebestellungen entgegen, toaste Sandwiches, bediene, räume Tische ab, poliere Besteck und freue mich jeden Tag auf den Feierabend. Und aufs Wochenende. Das geht aber wohl jedem arbeitenden Menschen so, oder?

ICH REISE nicht oft, aber doch manchmal. Es ist immer wieder schön, wenn es für ein Wochenende mal raus aus der Stadt geht. Im Stadtalltag vergisst man ab und an, wie schön Australien eigentlich ist. Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes, also noch im Juni, bin ich mit meinen Lieblingsmädels aus dem Hostel (die mich mittlerweile alle verlassen haben) nach Philipp Island gedüst. Dort haben wir raue Seeluft geatmet, Eis gegessen und einzigartige Küstenlandschaften beäugt.

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Hier hat mich Australien ein bißchen an die nordirische Küste erinnert. In jedem Fall wunderschön, wenn auch – pardon! – saukalt. Und hier wird auch gleich mal mit einem gängigen Vorurteil aufgeräumt. Wer glaubt in Australien scheint immer die Sonne, der täuscht sich. Gerade Melbourne ist für sein wechselhaftes Wetter (“4 seasons a day”) und kalte Winter berühmt. Okay, Eis habe ich hier noch nicht gesehen, aber frieren kann man auch bei plus 4 Grad.

Am letzten Wochenende haben wir uns dann auf zur Great Ocean Road gemacht, wir das waren Holländer Ronnie (unser Organisator), Kiwis Abby und Laurie sowie Val und meine Wenigkeit. Die Great Ocean Road hatte ich ja schon bei meiner letzten Australienreise gesehen, aber schöne Landschaften kann man sich auch ruhig zweimal angucken, zumal wenn man so gute Reisegefährten hat. Neben den berühmten 12 Aposteln konnte ich diesmal auch Koalas in freier Wildbahn, sowie riesige Wasserfälle bewundern.

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Nur die Wale, die im Moment angeblich nahe der Küste ihre Babys großziehen haben wir nicht ersichten können. Aber man kann ja schließlich nicht alles haben. Dabei habe ich ja schon das meiste, denn…

ICH LIEBE und kann jeden, der mein Vorhaben der Liebe wegen nach Australien zurückzukehren mit Bauchschmerzen betrachtet hat, beruhigen. Es ist alles gut und wir glücklich! :-)

Nun bin ich mal gespannt, wie lange es bis zum ersten Kommentar dauert. Vermutlich hat meine lange Abstinenz jeden Leser vergrault – hihi! Wir werden sehen. Es grüßt herzlich aus Australien,

die Eva! :-)

Samstag, 5. Juni 2010

Angekommen

Einen 6 Stunden und 20 Minuten Flug nach Abu Dhabi, einen 3 Stunden langen Aufenthalt im dortigen Flughafen und weitere 12 Stunden und 30 Minuten in der Luft spaeter, habe ich es geschafft: Ich komme erschoepft aber gluecklich wieder in Melbourne am Flughafen an. Eine weitere Stunde spaeter habe ich den Einreise- und Zollwahnsinn ueberstanden, mein Gepaeck in Empfang genommen und halte endlich, endlich wieder den Menschen im Arm, wegen dem ich zurueckgekommen bin. Hach, schoen wars. Und ist es. Auch wenn Melbourne gerade grau und kalt ist. Aber mein Herz tanzt! :-)

Liebe Gruesse

Samstag, 15. Mai 2010

Ich bin wieder hier, die zweite

Nachdem das "Heile heile Gänsje"-Lied seine Wirkung leider verfehlt hat (trotzdem DANKE für den Tipp), wird dieses nun bald zum Einsatz kommen:



Ich werde zurück nach Australien fliegen. Zum Schätzelein. Es ist ja allgemein bekannt, dass man mit dem Herzen auch den Verstand verliert... :-)

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ich bin wieder hier

“Ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie wirklich weg, hab mich nur versteckt.” hat der gute Marius Müller-Westernhagen mal gesungen und genau das trifft auch auf mich zu. Seit dem 4. Mai habe ich wieder deutschen Boden unter den Füßen und alles ist wie immer: Good old Gutweiler (meine Heimat) steht noch und Mamas Erdbeerkuchen schmeckt.

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Meine Familie ist mir treu geblieben, ebenso wie meine Mädels, mit denen ich bereits wieder 48 Stunden nach meiner Ankunft Sekt geschlürft und “Germany’s Next Topmodel” geschaut habe. Es war Donnerstag, 20:15 Uhr – noch nicht mal der Sendeplatz hatte sich verändert. Alles wie immer, schon schön, aber irgendwie doch mit bitterem Beigeschmack. Ich habe australische Abenteuer gegen deutsche Normalität getauscht und kann mich damit im Moment nur schwer anfreunden. Das liegt sicherlich auch daran, dass meine letzten Wochen in Australien besonders erlebnisreich waren.

Nachdem ich den wilden Westen Australiens erkundet habe, habe ich mich mit der lieben Conny auch noch nach Alice Springs und von dort ins Outback gewagt. Dort haben wir die roten Schluchten des Kings Canyon bestaunt und dem Uluru einen Besuch abgestattet.

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Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck ging auch diese Reise zu Ende und am 17. April kamen wir erschöpft, aber überaus glücklich wieder in Melbourne an. So schön das Reisen auch war, so habe ich mich doch ganz besonders auf meine letzten zwei Wochen im Hostel gefreut. Zum einen wohnten dort meine Farmfreunde Mariliis, Val und Colin (von denen ihr euch nun endlich mal ein Bild machen könnt), zum anderen hatte ich dort aber auch schnell neue Freundschaften geschlossen, so z.B. mit Marcy aus Belgien (links) und Claire aus Südafrika (rechts).

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Wie man unschwer erkennen kann, haben wir die letzten zwei Wochen ausgiebig genutzt: zum trinken, feiern und tanzen. Aber auch zum lachen und weinen, zum shoppen und kochen, zum Billiard spielen und Zukunftspläne schmieden: Es wird definitiv ein Wiedersehen in Europa geben! Meine letzten zwei Wochen in Australien vergingen wie im Flug und viel zu schnell hieß es dann “Auf Wiedersehen!”. Zuvor gab es jedoch eine fette Abschiedssause, in der die hosteleigene Bar hinter meinem Rücken mit bunten Luftballons und Lampions dekoriert wurde. Dazu gab es – Überraschung! - eine Australienflagge, die alle Bewohner des Hostels für mich signiert hatten, und die nun in Deutschland über meinem Bett hängt – als Erinnerung an eine wunderschöne Zeit mit Fremden, die innerhalb kürzester Zeit zu Freunden wurden.

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Ihr könnt euch vorstellen, dass dieser Abschied mich bereits zu Tränen gerührt hat, aber es sollte noch schlimmer kommen. Der ein oder andere hatte es mir vor meiner Australienreise ja prophezeit, aber ich hatte davon nichts hören wollen. Letztendlich ist es dann doch passiert: Ich habe diesen einen, ganz besonderen Menschen gefunden und ihn nach einem wunderschönen gemeinsamen Wochenende in Sydney am Flughafen zurücklassen müssen.

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Dass wir uns wiedersehen werden steht fest, die Frage ist nur: Wann? Und: Wer kann mir jetzt noch verübeln, dass ich Deutschland gerne wieder gegen Australien eintauschen würde? Denn:

Your home is where your heart is.

Freitag, 23. April 2010

Aus dem Logbuch…

… meiner Reise entlang der Westküste Australiens mit Conny und dem Campervan

31. März 2010

Heute sind wir in aller Frühe von Melbourne nach Perth geflogen und haben uns hier über blauen Himmel, strahlenden Sonnenschein und Sommerlaune gefreut.

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Den Rest des Tages sind wir wegen der Zeitverschiebung (Perth ist Melbourne 3 Std. hinterher) und des frühen Fluges wie Zombies durch die recht überschaubare Innenstadt gewandelt. Morgen mieten wir einen Campervan und machen uns Richtung Norden auf: Dann geht das Abenteuer erst richtig los. Ich freu mich drauf!

2. April 2010

Gestern haben wir unseren schönen Campervan in einem Vorort von Perth abgeholt. Das dauerte mit Busfahrt und Wartezeit vor Ort einige Stunden, ebenso wie dich sich anschließende nervenaufreibende Suche nach einem Supermarkt, einem Schlafsack und schließlich der richtigen Highway-Auffahrt. Gegen 15 Uhr hatten wir es jedoch endlich geschafft: Wir waren auf der 1 gen Norden unterwegs und haben nach knappen 250km Cervantes und den dortigen Campingplatz am Meer erreicht. Weil die Sonne hier um 18 Uhr untergeht, lagen wir entsprechend früh im Bett bzw. im Campervan. Eine ruhige Nacht später gehts zum nur 17km entfernten Nambung National Park , wo wir uns die Pinnacles Desert anschauen,  irre! Hier sehe ich auch zum ersten Mal Emus in freier Wildbahn – und fahre Campervan! Es ist einfacher als gedacht… :)

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Entlang der Küste geht es bis nach Port Dension, wo wir am Surf-Beach zu Mittag essen – meine fangfrischen Prawns kamen aber leider aus der Mikrowelle. :( Den schönen historischen Orstkern mit den großen Feigenbäumen suchen wir zunächst vergebens, stolpern dann aber per Zufall drüber. Wir halten und trinken einen Latte in einem Café mit italienischem Flair, das von Asiaten betrieben wird. Mitten in Australien wohlgemerkt. Sachen gibts! Unsere Route führt uns weiter nach Geraldton, wo es nicht nur günstiges Benzin, sondern auch Handy-Empfang (eine Seltenheit an der Westküste), eine große Kathedrale und ein beeindruckendes Memorial für die HMAS Sydney gibt.

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Unser Nachtlager schlagen wir schließlich in Northhampton, einer historischen “mining town” auf, wo uns die Campingplatzbetreiber winkend in Empfang nehmen. Hier gefällt es uns!

5. April 2010

Am nächsten Tag wollen wir weiter zum Kalbari National Park, verpassen aber zunächst die richtige Abzweigung – absichtlich, weil wir wissen wollen, was da Weißes am Horizont leuchtet. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich dies als rosa Gewässer – wir haben die Pink Lakes von Port Gregory entdeckt! Nach einem kurzen Fotostopp geht es auf unsere ursprüngliche Route zurück, allerdings nicht allzu lange, denn Conny will Fürst Leonard von der “Hutt River Province” einen Besuch abstatten. Über eine rote Schotterpiste geht es 35km ins Landesinnere, fast wollen wir umkehren und die Suche nach dem Fürstentum aufgeben, als es schließlich am Horizont auftaucht: Die Farm im Nirgendwo mit skuriller Skulptur des Fürstenkopfes und einem Post- sowie Government-Office beeindruckt uns jedoch nicht sonderlich.

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Daran kann auch die Erscheinung des Fürsten höchstpersönlich, einem alten sonnenverbrannten Mann mit hängendem Augenlid, nichts ändern. Immerhin werden unsere Pässe gestempelt und ein paar Fotos geschossen, bevor wir uns auf den holprigen Rückweg machen. Den Rest des Tages verbummeln wir in Kalbari, einem kleinen aber feinen Ort am Meer.

Am nächsten Tag, es ist Ostersonntag, gehen wir zur Feier des Tages frühstücken: Es gibt Scones mit hausgemachter Marmelade und Sahne. Lecker! Die Pelikanfütterung an Kalbaris Strandpromenade fällt – mangels Pelikanen – aus und so treten wir unseren Ausflug in den Kalbari National Park an. Der Weg zum Nature’s Window gleicht zunächst dem “Highway” zu Fürst Leonard, wird schließlich aber zu einer einzigen Sandpiste. Während unser tapferer Campervan sich schlingernd den Weg bahnt, fürchten wir um Achse und Co. – aber alles klappt prima, auch dank Connys Künsten am Lenkrad. Die Anstrengungen werden mit fantastischen Ausblicken auf rote Felslandschaften belohnt, die uns spontan an den Grand Canyon erinnern, obwohl wir da natürlich auch noch nicht waren.

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Zwei Aussichtspunkte später haben wir uns ordentlich den Pelz verbrannt, was wir aber erst auf der anschließenden und ewig langen Fahrt nach Denham bemerken. Mit Sonnenuntergang kommen wir dort an und leisten uns – mangels Alternative – einen Stellplatz mit Stromanschluss, Ausblick aufs Scheißhaus inklusive, wer braucht schon Meerblick?

6. April 2010

Wir sind wieder “on the road” und zwar auf dem Weg nach Coral Bay. Während Conny das Steuer mal wieder fest im Griff hat, kann ich den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren lassen. Wollte man ihm einen Namen geben, so könnte man ihn “Einsichten in die australische Fauna” nennen, aber: Nein, im Zoo waren wir nicht! Schon auf unserer abendlichen Fahrt nach Denham haben wir zwei riesige Adler gesehen, die sich an Roadkill (also überfahrenen Tieren) labten. Einmal abgesehen davon, dass wir diesen majestätischen Vögeln etwas mehr Stil bei der Auswahl ihres Dinners zugetraut hätten, war das schon ziemlich beeindruckend. Es wurde allerdings noch besser: Nach einer ereignislosen Nacht auf dem Campingplatz machten wir uns früh morgen auf den Weg nach Monkey Mia, wo es nicht etwa Affen, sondern Delphine zu bestaunen galt. Die “wilden” Tiere, die hier jeden Morgen gefüttert werden, waren sehr zutraulich und kamen den Füßen der zahlreich im Wasser stehenden Besucher recht nahe. Conny hatte sogar das Glück einen Delphin mit einem Fisch füttern zu dürfen – ein sicher einmaliges Erlebnis.

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Einmalig war auch der Ausblick vom “Eagle Bluff”, einem Felsvorsprung, von dem aus man dank des kristallklaren Wassers Meerestiere in ihrem natürlichen Umfeld bestaunen konnte: Eine 5-Mann starke Manta-Rochen-Gang ist ihr Revier abgeschwommen und Haie haben ihr Bad im seichten Wasser sichtlich genossen. Jetzt wissen wir, woher die “Shark Bay” ihren Namen hat… Unser Nachtquartier haben wir dieses Mal in Hamlin Pool aufgeschlagen, wo es neben einem Campingplatz und Stromatoliten (Gesteinsformationen im Meer) auch noch eine alte Poststation von 1884 gibt. Unglaublich, dass es bereits vor so langer Zeit einen zivilisatorischen Vorposten in dieser heute noch abgelegenen Wildnis gegeben hat…

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7. April 2010

Die gestrige Fahrt ins wirklich schöne Coral Bay verlief ohne weitere Vorkommnisse, wenn man einmal davon absieht, dass es unser Klappervan auf den letzten Tropfen Benzin zum Tankstopp nach Carnavon geschafft hat. Als sich der Anzeiger bereits 40km vor dem Ort gefährlich dem “E” für “Empty” näherte, sahen wir uns schon die Aral-Werbung aus den 90ern nachspielen: Zu fuß mit dem Tankkanister in der Hand ins nächste Ort – immer an der Straße entlang und den hämischen Blicken der vorbeifahrenden Australien ausgesetzt. Aber es ist ja noch mal alles gut gegangen. Viele Kilometer später kamen wir endlich in Coral Bay an, ergatterten den letzten Stellplatz auf dem Campingplatz (gleich drei Ameisenhighways inklusive) und machten uns direkt auf zum weißen Strand und türkisblauem Wasser. Schön, dass wir hier ein paar Tage bleiben…

8. April 2010

Heute stand das absolute Highlight unserer Zeit in Coral Bay an: eine 6-stündige Boots- und Schnorcheltour auf der Coral Breeze. Pünktlich um 9 stechen wir in See. Das Wetter ist traumhaft, die Sonne strahlt vom blauen Himmel, keine Wolke ist zu sehen, zum Glück sorgt der Fahrtwind für etwas Abkühlung.

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Wir wissen, dass die Sonne trotzdem brennt und legen alle 30 Minuten eine dicke Schicht Sunblocker nach. Ansonsten genießen wir die Aussicht auf türkisblaues Meer, rostrote Landschaften und die Gesellschaft von Skipper “Snowy”, dessen Vorfahren angeblich aus Deutschland kamen und Schneeball hießen – jaja, schon klar! Immerhin macht er uns auf einige vorbeischwimmende Schildkröten und sogar einen Delphin aufmerksam, die ihren morgendlichen Ausflug genauso zu genießen scheinen wie wir. Noch mehr Meerestiere bekommen wir bei unseren zwei Schnorchelgängen im Ningalo Reef zu Gesicht. Neben allerlei bunten Fischen sehen wir auch Seegurken, Seesterne und sogar einen gelb-gepunkteten Rochen.

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Um einen wunderschönen Tag in unseren Urlaubserinnerungen reicher, brechen wir gegen Abend auf. Wir werden auf Anraten von Nadine, einer Australierin, die wir auf dem Campingplatz kennengelernt haben, Free Camping ausprobieren. Etwa 60km südliche von Coral Bay fahren wir an einem Rastplatz raus, an dem auch schon ein paar andere Camper ihr Nachtquartier aufgeschlagen haben. Wir mummeln uns in unseren Van und schlafen mit einem fantastischen Blick auf die Sterne ein. Die Nacht überstehen wir, trotz Albträumen, tatsächlich schadlos! Mal abgesehen von der stinkenden Buschtoilette, die uns bereits auf eine Nähe von 10m Brechreiz verursachte, war unser Free Camping Abenteuer ein voller Erfolg.

11. April 2010

Nach zwei Tagen Fahrt hat uns Perth wieder – Gott sei Dank, denn zwischenzeitlich haben wir nicht mehr daran geglaubt, dass es unsere Klapperkiste bis hierhin schafft. Dass unser Vehikel ungeheuren Spritdurst hat, war bekannt, aber als wir Carnavon auf dem Rückweg zum zweiten Mal passierten, gesellte sich dazu eine ungeheure Gier nach Öl. Drei Liter mussten wir in die Kiste nachschütten, bevor es weiterging. In Northhampton werden wir von unseren lieben Campingplatzbetreibern wieder freundlich begrüßt, auch andere (männliche) Einheimische entpuppen sich als äußerst zutraulich: Auf unserem spätabendlichen Weg zur Telefonzelle fragten uns einige ältere Männer vom Balkon des nächstbesten Hotels, wo denn unsere boyfriends wären. Ganz blöder Anmachspruch!

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Am nächsten Tag ging es weiter, allerdings mit Anlaufschwierigkeiten, da sich unser liebes Auto zunächst weigerte loszufahren. Eigentlich wollten wir nach New Norcia, um dort Klosteranlagen im spanischen Stil zu bestaunen, aber als der Camper in Geraldton wieder einen Liter Öl geschluckt hatte, war klar: Nix wie zurück nach Perth und die Kiste abgeben! Die Dame, die wir von der Vermietung anrufen, entpuppte sich allerdings als äußerst unkooperativ (“Ach, die Mängel haben sie erst jetzt nach 8 Tagen festgestellt?”) und als wir es schließlich doch kurz vor 4 zum Depot der Vermietung in Perth geschafft hatten, hatte der Laden schon zu – offizieller Ladenschluss ist um 4. Wenn die mit der Wartung ihrer Vehikel auch so pünktlich und gründlich wären, hätten wir sicher kein Problem…

Also gings mit dem Auto weiter nach Fremantle, 17km südlich von Perth, wo es viele historische Gebäude und lauter tolle Restaurants gibt. Dies bemerkten wir jedoch erst, nachdem wir beim Dönermann in Gesellschaft betrunkener Obdachloser diniert hatten. Da es sich als unmöglich erwies, einen kostenfreien Park – geschweige denn Schlafplatz in Freemantle zu finden, sind wir ins nächstbeste Wohngebiet gefahren und haben auf dem Parkplatz einer Baptistenkirche genächtigt. Kirchen geben doch Asyl, oder? :-) Heute morgen haben wir uns schließlich zu MacDonalds begeben – hier gabs erst mal einen Kaffee und kostenloses Internet! Jetzt liegen wir an einem wirklich schönen Stadtstrand in Perth und dösen ein bißchen, bevor wir uns wieder einmal die Frage des Tages stellen werden: Wo schlafen wir heute mit dem Klappervan? Im Übrigen unsere letzte Nacht im Auto…

12. April 2010

Unsere letzte Nacht im Auto haben wir ausfallen lassen. Nach unserem Morgen am Strand sind wir noch einmal nach Fremantle gefahren, hier hat es uns gestern einfach zu gut gefallen.

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Noch einmal sind wir durchs Städtchen gebummelt und haben die Markets besucht. Da sich die Suche nach einem Park- bzw. Schlafplatz mal wieder als erfolglos erwies, haben wir den Camper kurzerhand vor einem Hostel abgestellt und uns dort eingebucht. Dann gings zum Italiener, für mich gabs Spaghettie mit Knoblauch-Garnelen, sooo gut! Zum Desert habe ich mir in der Bar nebenan einen unverschämt guten Schokoladen-Cocktail gegönnt und dann gings auch schon wieder ab ins Bett.

Zum aktuellen Geschehen: Wir sind in Perth, es ist nass-kalt und wir verbarrikadieren uns in unserem Hostel, dass von zwei alten Griechen betrieben wird. Ein bißchen seltsam ist es hier schon, aber auch sauber und schließlich gab es hier auch einen Parkplatz für unsere Klapperkiste, die wir nach unserer Ankunft erst einmal ausgeräumt und gesäubert haben. Dann gings, mal wieder, zur Vermietung, wo wir vom Auto Abschied genommen haben – endlich! Den Rest des Tages verbringen wir im Hostel, wir kochen, waschen und surfen ausgiebig im Internet. Morgen geht’s in Outback, ich freu mich drauf!

Montag, 12. April 2010

Ein Lebenszeichen

Falls ueberhaupt irgendjemand diese Seite noch aufruft in der Hoffnung einen neuen Eintrag von mir zu lesen: Deine Geduld wird belohnt! Und zwar genau jetzt! :-)
Ja, ich lebe noch und ja, in den letzten Wochen war ich extrem schreibfaul. Aber ich bin guter Dinge, dass sich das bald aendern wird. Denn ich habe von einigem zu berichten: Von der Reise an die Westkueste Australiens zum Beispiel, die ich in den letzten zehn Tagen mit Conny und dem Klappervan unternommen habe. Oder vom Outback, in das ich morgen fahren werde. Und von meinen letzten Tagen in Melbourne, an die ich jetzt noch gar nicht denken moechte. Und dann komme ich auch schon nach Hause: Am 3. Mai ist es soweit! Ja, ich habe nochmal verlaengert, aber nur um anderthalb Wochen. Das kann mir doch nun wirklich keiner uebel nehmen, oder? :-)

Also bis ganz bald,

Mittwoch, 17. Februar 2010

Und dann möchte ich noch DANKE sagen

… und zwar allen, die in irgendeiner Art und Weise an meinem Geburtstag an mich gedacht haben. Sei es per Postkarte, Anruf, e-mail, sms, wer-kennt-wen, facebook oder einfach nur in Gedanken. Ich hatte eine klitzekleine Feier mit Jennie und der Studentin, die nun bei ihr  einziehen wird (hier mit Cousine im Bild). Abends bin ich dann mit den Goethe-Mädels ausgegangen. Und schaut: So gut kann man mit 26 und neuer Haarfarbe aussehen! ;-)

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Blut, Schweiß und Tränen

- das alles hat es für mich in Mooroopna, das sich stolz als fruit salad city bezeichnet (kein Scherz!), gegeben. Aber von vorne!

Meine Reise in die Welt der Erntehelfer begann zunächst mit einer Zugfahrt: In etwas mehr als 2 Stunden brachte mich die V-Line (vergleichbar mit der Regionalbahn) irgendwo ins Nirgendwo, der Bahnhof war eine Bretterbude gegenüber einer Fruchtdosenfabrik. Darüberhinaus keine Spur menschlicher Zivilisation und so fragte ich zwei Backpacker, die zusammen mit einem Mann in neongelber Arbeitsweste am Bahnsteig saßen, erst mal nach dem Supermarkt, an dem ich abgeholt werden sollte. Es stellte sich heraus, dass dieser einen ordentlichen Fußmarsch entfernt war, den ich mit vollem Rucksack bei sengender Sonne und 35 Grad im Schatten nicht antreten wollte. Ismail, der Mann in der Leuchtweste, bot mir aber freundlicher Weise an, mich mit seinem Auto dorthin zu fahren und wollte mich auf dem Weg dorthin schon gleich zum Tomaten pflücken abwerben. Ich habe dankend abgelehnt, mich im stark klimatisierten Supermarkt mit Dosenfutter eingedeckt und schließlich Karen getroffen, die mich mit dem Auto zur Farm, den Turnbull Orchards (http://www.turnbullorchards.com/), brachte. Karen arbeitet im Büro und stellte sich nicht als sonderlich gesprächig heraus, immerhin konnte ich ihr aber entlocken, dass zur Zeit etwa 80 Leute als Erntehelfer arbeiten, die meisten Backpacker und aus Frankreich. Was sie mir verschwiegen hat, bei meiner Ankunft im Camp aber ersichtlich wurde: fast alle männlichen Geschlechts. Ich war, neben 5 anderen Mädchen, sozusagen das Huhn im Korb.

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Das Camp selbst bestand aus einem Waschhaus mit eher primitiven Toiletten und Duschen für Jungs und Mädels und einem Kochhaus mit Küche, Kühlräumen und einem großen Essraum. Wir Erntehelfer waren in Betonbarracken, die jeweils in 4 Doppelzimmer unterteilt waren, untergebracht. Ich habe Zimmer 26 bezogen, einen Mitbewohner im eigentlichen Sinne hatte ich nicht – dafür hat es sich aber eine Moskitogroßfamilie bei mir gemütlich gemacht. Kein Wunder, bei der Aussicht! :-)

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Eine erste heiße (und damit ist jetzt nur die Zimmertemperatur gemeint!) Nacht mit quälenden Gedanken - “Was sticht mich da? Ist das ein Moskito? Oder gibts hier Bettwanzen? Bitte, lass es keine Bettwanzen sein… Verdammt, was mach ich hier eigentlich?” – später beginnt die Arbeit. Gemeinsam mit zwei weiteren Neulingen werde ich in die Sicherheitsbestimmungen des Jobs eingewiesen (“Immer schön aufpassen, dass man nicht von der Leiter fällt!”) und anschließend auf Birnenbäume losgelassen, die es abzuernten gilt. Dabei müssen die Birnen (mit Stil!) gepflückt und dann in eine große Bauchtasche gelegt werden. Erst wenn die voll ist darf man zum Bin, einer Riesenholzkiste, die mir weit übers Knie reichte und etwa 420kg Birnen fasste, gehen und sie entleeren. Dass man auf dem Weg dorthin wie eine schwangere Seekuh durch die Birnenreihen torkelt stört eigentlich niemanden. Ich habe es als Schwangerschaftssimulation aufgefasst und bin jetzt bestens vorbereitet – auf Drillinge. :-) Dann heißt es zurück zum Baum gehen und weiterpflücken, wenn möglich in einem hohen Tempo, denn man wird nicht pro Stunde, sondern pro Bin bezahlt. Für einen vollen Bin gibt es entweder $34 (fürs strippicking, d.h. wenn alle Birnen abgeerntet werden) oder $38,50 (fürs sizepicking, d.h. wenn nur Birnen ab einer bestimmten Größe gepflückt werden). Gearbeitet wird von 6:30 bis 15:00 Uhr und manche Franzmänner haben in dieser Zeit bis zu 6 Bins geschafft. Klein Eva hat es gen Ende ihrer Erntehelferzeit immerhin auf 2 Bins pro Tag geschafft, aber nicht ohne Blut, Schweiß und Tränen. Blutig waren meine Schienbeine, weil ich mehr als einmal mit Susie, meiner Aluminiumleiter, gekämpft habe – die war aber auch zickig… und schwer. Der Schweiß floss automatisch, bei strahlendem Sonnenschein und 20kg Birnen vorm Bauch. Und die Tränen waren der Anstrengung, der Erschöpfung und schließlich auch der Wut über die Ausbeutung geschuldet. Denn der Job als Erntehelfer ist nicht nur ein Knochenjob, er ist wahre Sklavenarbeit. Es beginnt damit, dass man für die Farmbetreiber bzw. Aufseher nichts weiter als eine Nummer ist. Jede Konversation mit den Zuständigen begann gleich: “What’s your number?” - “334!” Diese Nummer steht auf den Bins, die du füllst; im Buch, in dem deine Bemühungen vermerkt werden; auf dem Gehaltszettel, den du am Ende einer Woche erhälst. Als wir die Farm verlassen wollten sind wir ins Büro gegangen: “Do you need our first name or our last name?” - “Oh, just your number.” (“Brauchen Sie unseren Vor- oder Nachnamen?” - “Oh, nur die Nummer!”) Vielleicht liegt es an dieser Entpersonalisierung der Angestellten, dass diese auch unter den widrigsten Bedingungen ins Feld geschickt werden. So auch am Tag meiner Abreise: Es hatte die ganze Nacht wie aus Eimern geschüttet, das Camp war ein einziges Schlammbad und wir stellten uns auf einen Tag ohne Arbeit und mit endlosen Kartenspielen ein. Von wegen! Um 7 Uhr kam der Sklaventreiber ins Camp, alle mussten ins Feld. Kaum hatte man 3 Birnen gepflückt triefte man von Kopf bis Fuß, die Füße quietschten bei jedem Schritt in den durchtränkten Schuhen, der nasse Pflückbeutel klebte am Unterleib und vor meinem inneren Auge begann das Warnsignal “Blasenentzündung” zu leuchten. Als es dann auch noch hieß “Auch morgen müsst ihr arbeiten.” (es wäre Samstag, der einzige freie Tag in der Woche gewesen) stand mein Entschluss fest: Ich gehe! Und rufe der Welt der Erntehelfer ein lautes: Auf Nimmerwiedersehen! zu.

Ganz so einfach war es dann letztendlich doch nicht. Denn gerade weil die Arbeit so anstrengend und manche Situation so unmenschlich waren macht man im Camp vor allem eines: Die Erfahrung echten freundschaftlichen Zusammenhalts. Auch wenn ich mit den Franzosen hier und da ein Bier getrunken und das ein oder andere Kartenspiel gespielt habe, so sind mir vor allem 3 Menschen in meiner Woche als Erntehelfer ans Herz gewachsen: Estländerin Mariliis und meine beiden irischen Nachbarn Colin und Val. Und deshalb gab es auch beim Abschied vom Camp Tränen – immerhin verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen in Melbourne… Vorher mache ich aber erst noch mal Tasmanien unsicher, morgen geht’s los. Und ich werde Auto fahren – hoffentlich auf der richtigen Seite der Straße. ;-)

Es bleibt also spannend und ich hoffe ihr mir treu…