Freitag, 2. Oktober 2009

Ich arbeite…

… und das seit Donnerstag, dem Tag meines Praktikumsbeginns im Goethe Institut. Ein bisschen aufgeregt war ich an meinem ersten Tag schon, aber alle im Institut, sowohl die “Was-zu-sagen-Haber” als auch die anderen Praktikanten, waren so nett, dass sich das recht schnell legte. Ich hatte im Grunde auch gar keine Zeit dazu, denn von morgens um 9 Uhr bis abends um 17 Uhr gab es andauernd irgendwas zu tun: e-mails schreiben, Unterrichtsmaterialien sichten und sortieren, in verschiedenen Sprachkursen hospitieren etc. Trotzdem war der Tag ziemlich lang, 8 Stunden gehen mit fernsehen irgendwie schneller rum. ;-) Nach Feierabend war ich dann mit den anderen 4 Praktikantinnen erst mal was essen (mein erster australischer Burger – lecker!) und anschließend in einer Rooftop Bar was trinken. Aber nicht, dass jetzt die Vorstellung aufkommt, wir hätten im Sonnenuntergang über den Dächern Melbournes gemütlich ein Bier getrunken. Nein, es war bereits dunkel als wir dort ankamen und mal wieder saukalt. Die zwei Tage Sonnenschein waren anscheinend nur ein Vorgeschmack auf das, was dann hoffentlich irgendwann mal kommt: gutes Wetter. Wir haben uns die Stimmung trotzdem nicht vermiesen lassen und einen herrlichen Ausblick auf die erleuchtete Skyline Melbournes gehabt. Leider hatte keine von uns einen Fotoapparat mit, weshalb dieser Blogeintrag diesmal ohne Bilder auskommen muss. Alles in allem hatte ich also einen wirklich gelungenen Einstand im Goethe Institut.

Heute war dann mein zweiter Tag. Bei mir hatte sich immerhin schon so viel Routine eingestellt, dass ich nach meiner Anreise, die jeden Morgen gute 45 Minuten in Anspruch nimmt, ins nächstbeste Café gestürmt bin und mir einen Kaffee zum Mitnehmen gekauft habe. Mit dem Pappbecher in der Hand auf dem Weg ins Büro kam ich mir dann schon sehr wie eine erfolgreiche Businessfrau in der Großstadt vor. Nur, dass ich statt einem Kostüm Jeans und Fleecejacke und statt einem Louis Vuitton Täschchen einen großen grünen Rucksack trug. Damit habe ich bestimmt den Business-Look Trend der kommenden Saison gesetzt. ;-) Auch heute gab es im Institut wieder viel für mich zu tun. Was mir eigentlich gut gefällt, gleichzeitig aber auch ein bisschen Angst macht, ist, dass mir so viel Verantwortung übertragen wird: “Guck doch mal, was für prüfungsvorbereitende Materialien wir bestellen sollen.”, “Am Montag hälst du deine erste Unterrichtsstunde. Informier dich mal, was du da machen willst.” HILFE! Aber warum eigentlich nicht? An Aufgaben wächst man (frau im Übrigen auch). Ich schätze ich werde im Praktikum sehr viel lernen,  vor allem meinen eigenen Entscheidungen zu vertrauen. Nicht das schlechteste Lernziel... Auf eine lehrreiche Zeit freut sich,

4 Kommentare:

  1. wow, du bist ja mutig :-) ganz allein nach down under gereist zum praktikum!
    werd jetzt regelmäßig deine erlebnisse leben :-)
    have a good time!
    liebe grüße bluhnah - mit richtigem namen eva

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  2. Hallo Eva
    Wie ich sehe geht es dir gut,es mach mir einen heiden Spaß deine berichte zu Lesen.
    Ich finde du schreibst sehr schön,und man erlebt deine Abenteuer Life mit.
    Lass es dir gut gehen,bis bald mal in Trier.
    Liebe Grüße Gaby

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  3. Liebe Eva,
    ich freue mich, dass es Dir im Goethe-Institut gut gefällt. Bei der Erledigung Deiner Aufgaben bist Du ja kein Neuling mehr und an seinen neuen Aufgaben kann man nur wachsen und sehr viel dazu lernen, was ja auch Dein Wunsch war!
    Ich wünsche Dir viel Erfolg für Montag!
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünschen Dir
    Mama und Papa

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  4. Liebe Eva,
    nach dem Lesen deiner Berichte fallen mir oft alte Geschichten mit australischem Hintergrund ein.
    Meine allererste Mietwohnung hatte ich 1967 im Dachgeschoss in einem Doppelhaus im Mainzer Vorort Bretzenheim. Es war eine kleine Einzimmerwohnung, eigentlich viel zu klein für ein schwangeres Ehepaar. Im Erdgeschoss des Hauses, in einer Zweizimmerwohnung, wohnte damals der einzige Sohn des Hausbesitzers. Er war 6 Monate vor unserem Einzug mit Ehefrau und 3 kleinen Töchtern aus Australien zurückgekommen. Es war bereits seine 2. Rückkehr, irgendetwas dürfte ihm bei den Aussis nicht gepasst haben. Als wir einzogen, hatte er allerdings seine Meinung schon wieder geändert. Wenn ich mich mit ihm unterhielt, lobte er das Leben in Australien über alle Maßen. Er saß dann in langen weißen Unterhosen auf seinem Sofa oder einem Sessel und erzählte von seinen Erlebnissen als Hilfspolizist im Outback. Diese merkwürdige Bekleidung war bei uns zu keiner Zeit üblich, zumal wenn Besucher in der Wohnung waren und ich wunderte mich darüber. Dachte aber, diese Angewohnheit hätte er vielleicht von Australien mitgebracht. Der Mann war vielleicht dreißig Jahre alt und von kräftiger Statur. Vom Aussehen her ein Pioniertyp, die Abenteuerlust war ihm anzusehen. Damals dachte ich, warum ist ausgerechnet der wieder zurückgekommen? In den nächsten Monaten baute er mit Geld seines Vaters, einem pensionierten Beamten, der in der anderen Doppelhaushälfte wohnte, die auf unsere Seite stehende Garage zu einem Getränkekiosk um. In unmittelbarer Nähe von unserem Wohnhaus ist damals ein neues Wohngebiet namens Südring erschlossen worden und er rechnete damit, dass alle Bauarbeiter ihre Getränke und Zigaretten bei ihm kaufen würden. Das Geschäft lief nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Der gute Christfried war vermutlich deshalb eines Tages verschwunden, hatte sich nach Australien abgesetzt. Die Schulden ließ er zurück, Frau und Kinder ließ er nachkommen. Seine Eltern mussten notgedrungen Flugkosten und Schuldenbegleichung übernehmen. Einige Monate später sind wir von Bretzenheim nach Weisenau umgezogen. Ich dachte zu jener Zeit, von dieser Familie würde ich nie mehr etwas hören.
    Einige Jahre später hatte ich mich einmal mit einem Arbeitskollegen unterhalten und hierbei festgestellt, dass er ein Schwager vom Christfried war. In den folgenden Jahren fragte ich ihn immer wieder mal nach Christfried und seiner Familie. Der hatte sich in der Zwischenzeit hauptsächlich als Gastwirt seine Brötchen verdient und zuletzt war er Besitzer einer größeren Gaststätte in Tasmanien. Womit sich wieder einmal der Spruch bewahrheitet hat: Was nix wird wird Wirt! Sollte dich dein Weg einmal nach Tasmanien führen, sei so lieb und grüß mir den Habeck!
    Liebe Grüße (a.v.T.C.)
    d.O.Norbert

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