Donnerstag, 5. November 2009

Oh, wie schön ist Tasmanien…

Etwas anderes kann ich nach meinem langen Wochenende dort wirklich nicht behaupten. Aber von vorne… Letzten Donnerstag habe ich mich gegen 17 Uhr direkt vom Goethe-Institut auf den Weg zum Flughafen gemacht. Straßenbahn und Shuttlebus waren pünktlich, sodass ich rechtzeitig eine Stunde vor Abflug am Airport war. Zwei Stunden später bin ich dann in Hobart gelandet und wurde sogleich von Laura, einer Mitpraktikantin, die einige Stunden früher geflogen war, und Ans, einer holländischen Deutschlehrerin, die uns für die nächsten Tage beherbergen sollte, in Empfang genommen. Ich habe mich vom ersten Moment willkommen und wohl gefühlt. Nach dem Abendessen (es gab mein Leibgericht: Hähnchen ;-), bei dem wir auch Ans jüngsten Sohn Huw (20) kennengelernt haben, sind wir aber recht schnell ins Bett gegangen. Denn am nächsten Tag stand schon die erste große Tour auf dem Programm. Gemeinsam mit einer kleinen Reisegruppe haben wir uns auf den Weg zur Wine Glass Bay gemacht. Unterwegs haben wir bereits schöne Landschaften bestaunt.

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Im Nationalpark angekommen begann dann eine zweifache Tortur: Zum einen galt es bei doch recht drückender Hitze einen Berg zu bezwingen, zum zweiten die Moskitos davon abzuhalten, einen blutleer zu saugen. Beides ist, allerdings mit nicht unbeträchtlicher Anstrengung, gelungen. Und zur Belohnung gab es eine atemberaubende Aussicht auf die Wine Glass Bay und die umliegende Felslandschaft.

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Da wir uns, wegen der aufziehenden Bewölkung, dagegen entschieden hatten, den Abstieg zur Bay und ein Bad in den Fluten zu wagen, sind wir wieder zurückgewandert und haben zwei weitere schöne Stellen besucht: Honey Moon Bay und einen Aussichtspunkt mit Leuchtturm, den ich den maritimen Fans in Deutschland zuliebe auch fotografisch festgehalten habe.

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Auf dem Rückweg von diesen schönen Flecke Erde haben wir noch auf einer Beerenfarm Halt gemacht, Marmelade für Ans und ihre Familie gekauft und selbstgemachtes Beereneis verdrückt. LECKER! Unseren ersten Tag in Tasmanien haben wir dann gemeinsam mit Ans, ihrem Partner Peter (Physiker) und den Söhnen Huw und Paul (24) bei einem leckeren Abendessen ausklingen lassen.

Für den Samstag Nachmittag war eine Wandertour auf den nahegelegenen Mount Wellington angesetzt. Deshalb haben Laura und ich den Vormittag gemütlich angehen lassen und sind in aller Ruhe über den Salamanca Market, eine Art Künstler- und Handwerkermarkt am Hafen, geschlendert. Danach haben wir uns mit Ans, Peter und einer Reihe Akademiker getroffen, die zu einer Physik-Konferenz angereist waren und nun auch die Erfahrung eines Berg-Spaziergangs machen wollten. Ein Spaziergang war das allerdings wahrlich nicht, was uns beim Auf- und Abstieg des Mount Wellington erwartet hat. Und die Definition von “Wanderweg” scheint in Australien auch anders zu sein als in Deutschland. Mehrere Male sah ich mich durch Geröll kraxeln, ein falscher Schritt und ich wäre am Berg zerschmettert.

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Alles in allem war es ein großes, 5 Stunden langes Abenteuer. Aber wir haben den Berg, wenn auch mit alberner Kopfbedeckung (der Sonne wegen), bezwungen und waren anschließend erschöpft, aber glücklich. Und nach einer heißen Dusche waren die Lebensgeister wieder so weit hergestellt, dass wir mit Ans Jungs auf Pub-Tour gegangen sind. Das Bier schmeckte nach der ganzen Anstrengung besonders gut und wir hatten einen feucht-fröhlichen Abend… dessen Nachwirkungen sich am Morgen danach leider bemerkbar machten. Ans hatte mit uns einen Ausflug nach Port Arthur, der ehemaligen Sträflingskolonie Australiens, geplant. Die Straße führte berg-auf und berg-ab, in rechte und linke Kurven und mir ging es damit nicht wirklich gut. Mein Zustand besserte sich allerdings als wir an einem Tasmanian Devil Conservation Camp Halt machten. Hier konnte man Tasmanische Teufel, die im Moment von einer ansteckenden Krebsart gefährdet sind, bewundern. Und ich habe endlich auch meine ersten Kängurus in Australien gesehen – HURRA!

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Nach dem Besuch im “Zoo” sind wir dann weiter nach Port Arthur gefahren. Der Ort ist in zweierlei Hinsicht für die australische Geschichte von Bedeutung: Im 19. Jahrhundert diente er als Sträflingskolonie und war somit eine der ersten Siedlungen in Australien. Ende des 20. Jahrhunderts ereignete sich hier der wohl größte Amoklauf des 5. Kontinents: Ein geistesgestörter Australier erschoss damals über 30 Besucher und Angestellte der historischen Stätte. Stoff zum Nachdenken gibt es hier also genug und das in einer landschaftlich einzigartig schönen Umgebung.

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Dem geschichtsträchtigen Ausflug folgte dann noch ein Stopp am White Beach, einem Strand, der seinem Namen wirklich alle Ehre macht: Das Wasser ist türkisblau, der Sand feinkörnig und wirklich weiß. Irgendwann im Sommer wenn es warm genug ist, um in den Fluten mit den Walen und Delfinen, die es – neben Haien – vor Tasmaniens Küste geben soll, zu schwimmen, würde ich gerne wiederkommen. :-)

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Von so viel Aktionismus völlig erschöpft haben Laura und ich unseren letzten Tag in Tasmanien ganz gemütlich verbracht. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir durch die Straßen Hobarts spaziert, haben dem Hafen einen Besuch abgestattet und gleich mehrmals Kaffee getrunken. Weil Laura schon nachmittags nach Melbourne zurück geflogen ist, kam nur ich in das Vergnügen noch einmal mit Ans Familie zu Abend zu essen. Es gab frischen Fisch und es war so lecker, dass ich meine Meeresfrüchte-Abneigung noch einmal überdenken muss. :-)

Nach einem so ereignisreichen Wochenende bin ich schließlich todmüde in mein Bett bei Jennie in Melbourne gefallen. Dazu hat nicht unwesentlich beigetragen, dass mein Flug, der um 21:15 Uhr starten sollte, über 2 Stunden Verspätung hatte und ich erst gegen 1 Uhr in Melbourne gelandet bin. Aber auch das konnte meiner guten Laune keinen Abbruch tun: Die Tage in Tasmanien waren so schön, dass ich darüber nachdenke, noch einmal hinzufahren. Ich habe nämlich noch lange nicht alles gesehen. :-)

4 Kommentare:

  1. Hallo Sisterlein!
    Ich fühl mich mal gerade seeeeeeeehr stark angesprochen bei den "maritimen Fans in Deutschland"! Ein schöner Leuchtturm!!! Das liest sich ja echt gut und die Bilder sind der Hit! Hach ich freu mich schon auf alle Bilder die wir ja im Februar zu sehen bekommen!!!
    LG Gaby

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  2. Liebe Eva,
    das war ja ein tolles Wochenende für dich. Auch sehr abenteuerlich! Zuerst die blutrünstigen Moskitos, dann die schwierige Besteigung vom Mount Wellington. Auf-und Abstieg innerhalb eines Tages und dies auch noch ohne Netz und doppelten Boden. Mit solchen Geschichten bringst du uns ganz schön ins Schwitzen. Und dann solltest du nicht mehr den Versuch machen, die einheimischen Jungs unter den Tisch zu trinken. Wie du schon festgestellt hast, muss man am nächsten Tag dafür schwer büßen. Das nächste Schreckensszenario war, als du dem tasmanischen Teufel in den Hals schauen wolltest (das rechte Foto). Du weißt doch, dass die Viecher verflixt gefährlich sind. Besonders gefallen hat mir, dass du mit den Holländern so gut zurecht gekommen bist. Sie haben ja die Insel als erste entdeckt und dein Freund Erasmus war schließlich auch einer von ihnen. Von ihm habe ich heute den schönen Spruch gelesen: Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Es ist sicher kein Spruch, den man den jungen Leuten mit auf den Weg geben sollte, aber er soll von ihm sein.
    LG.
    Onorbert

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  3. Oh Schwesterlein, Dein Tasmanienbericht ging ja weiter, hätte ich doch fast verpasst wenn ich nicht mal hätte gucken wollen ob es doch vielleicht schon was neues von dir gibt! Und warum bitte hast Du noch ne Tasche von mir gut??????? *bisschenerstauntguck* Hab Dir aber dafür schon ein TaTüTa genäht - mit Schildkröten und Fröschen drauf ;o)) Das wartet zusammen mit dem Schwedenfrosch und der Wittlicher Froschtasse dann auf Dich!!! Die Wolle die ich für dich bestellt habe ist auch gekommen!! Wenn Du heim kommst kann ich mit den Anhänger am Auto kommen mit dem ganzen Krempel der sich bis dahin für Dich hier stapelt!
    GLG und ich drück Dich mal ganz lieb
    Deine olle Schwester

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