Montag, 25. Januar 2010

In Adelaide und um Adelaide und um Adelaide herum

Wenige Stunden Schlaf später wurde ich dann am Flughafen in Adelaide von Jennies Eltern, meinen Gastgebern und Reiseführern für die nächsten Tage, in Empfang genommen. Nan und Bill sind beide über 80, strotzen aber nur so vor Tatendrang. Das bekam ich gleich zu spüren, denn vom Flughafen ging es gleich mit dem Auto durch Adelaide (mit kurzem Stopp beim Central Market, wo man allerlei Leckeres kaufen kann) und weiter zum Mount Lofty, von dem man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt hat. Nach einem Lunchstop in Stirling ging es dann weiter nach Hahndorf, einem Dorf, das, wie der Name schon vermuten lässt, von deutschen Einwanderern gegründet wurde und angeblich noch immer “typisch deutsch” ist. Ich hatte daran jedoch meine - wie sich herausstellte - berechtigten Zweifel: Außer deutschen Flaggen, dem Angebot von Bratwurst und Sauerkraut und dem ein oder anderen Fachwerkhaus konnte ich nichts entdecken, was mich an Deutschland erinnert hätte.  Aber ich bin ja schließlich auch in Australien.

P1130528 P1130534

Nach einem kurzen Stopp bei einer Beerenfarm, wo wir Quittengelee und Feigenmarmelade erstanden haben, sind wir dann endlich nach Hause gefahren. Ich war auch hundemüde… musste mir dann aber noch eine Dokumentation über Kangaroo Island ansehen, die Jennies Papa einige Tage vorher extra für mich aufgenommen hat. Sooo lieb!

Am nächsten Tag habe ich Adelaide dann auf eigene Faust erkundet und besonders die North Terrace, auf der sich verschiedene Museen und Galerien (alle kostenfrei), sowie die State Library tummeln, hat es mir angetan. Hier könnte ich ganze Tage verbringen. Und seht euch nur den Murdoch Flügel der Bibliothek an – Claudi, dein Herz schlägt auch höher, nicht wahr? :-)

P1140583 P1140573

Während meines einwöchigen Aufenthaltes in Adelaide war ich noch öfters alleine in der Stadt unterwegs: Ich habe mir Port Adelaide angesehen, war im botanischen Garten spazieren und habe schließlich auch noch Glenelg, dem wirklich schönen Stadtstrand, einen Besuch abgestattet. Adelaide hat wirklich einiges zu bieten, was in Reiseführern oftmals unterschlagen wird. Schade eigentlich!

Aber um Adelaide herum ist es auch sehr schön! Das haben mir Jennies Eltern auf den weiteren zwei Ausflügen, die sie mit mir unternommen haben, eindrücklich bewiesen. Zunächst gings ins berühmte Barossa Valley, wo der gleichnamige Wein produziert wird. Als Mädchen von der Mosel konnten mich die vielen Weingüter nicht wirklich beeindrucken, aber die Landschaft, in die sie eingebettet waren, waren atemberaubend: Riesige Weiten, das Gras von der Sonne verbrannt und zwischendurch endlose Felder mit Weinstöcken.

P1150649  P1150659

Auch in dieser Gegend haben die deutschen Einwanderer ihre Spuren hinterlassen: Viele Weingüter tragen deutsche Namen und im Telefonbuch gibt es neben vielen Falkenbergs auch einen Falkenhagen – wir haben extra nachgeschaut. :-) Vor allem aber auf den Friedhöfen der Region wird deutlich, dass viele der Einwanderer aus Deutschland kamen. Ein deutschsprachiger Grabstein reiht sich dort an den nächsten. Ich fand das unheimlich faszinierend und während ich mit Jennies Papa diverse Friedhöfe abgeklappert habe, hat Jennies Mama im Auto ein Nickerchen gehalten. :-)

Unser nächster Ausflug führte uns dann ins Clarendon Valley (?): Hier gab es noch mehr Weiten und Weingüter, aber weniger Touristen und mehr Ursprünglichkeit. Umso besser!

P1160689 P1160684

In und um Adelaide hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, das “echte” Australien kennenzulernen. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass ich mit “Einheimischen” unterwegs war. Zum anderen war ich in Southern Australia auch in einer Region die weitaus weniger touristisch geprägt ist wie die Ostküste. Das hat das Reisen für mich dort nur noch schöner gemacht! Trotzdem kam ich während meiner Zeit in Adelaide auch nicht um einen eher touristischen Ort herum: Kangaroo Island.

2 Kommentare:

  1. Liebe Eva,
    schon wieder ein sehr schöner langer Reisebericht von Adelaide, der uns an Deiner sehr schönen Reise teilhaben läßt!
    Herzlichen Dank dafür!
    Ich freue mich schon jetzt, auf den Bericht mit Tierbildern von der Kangaroo Island!
    Herzliche Grüße
    Deine Mama

    AntwortenLöschen
  2. Nein, was geht es dir gut! Hach! Bin leicht grünlich vor Neid, aber auch rosig vor Freude!
    Ich muss für Deutschland allerdings auch eine Lanze brechen: hier ist alles wunderschön bepuderzuckert und in Gedanken an dich werde ich nun einen Spaziergang absolvieren.
    Ganz liebe Grüße,
    deine NeuBaWülerin =)

    AntwortenLöschen